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Kompetenzzentrum für Kleinwasserkraft in Indonesien

Charlotte Spörndli, REPIC Plattform, charlotte.spoerndli@netenergy.ch

In Indonesien liegt ein grosses Kleinwasserkraftpotenzial brach. Dank der Verfrachtung eines in der Schweiz nicht mehr gebrauchten, aber noch funktionstüchtigen und dem Stand der Technik entsprechenden Hydrauliklabors nach Indonesien, können dort heute Fachleute geschult, die Funktionsweise von Kleinwasserkraftwerken anschaulich dargestellt und damit das Verständnis dafür verbessert werden. Mit dem neu gewonnen Wissen soll der Kleinwasserkraft in Indonesien zu einer besseren Nutzung verholfen werden.

Durch die Aufgabe des Hydrauliklabors der Hochschule für Technik Zürich ergab sich eine Gelegenheit ein funktionstüchtiges, komplett eingerichtetes und dem Stand der Technik entsprechendes Turbinenlabor zu erlangen. Das schweizerische Unternehmen entec ag übernahm das Labor, demontierte es und verschiffte es nach Indonesien, wo es von entec Indonesien als Kompetenzzentrum für Kleinwasserkraft in Bandung wieder aufgebaut wird.

Schweizer Turbinenlabor für Wissenstransfer
Das riesige Wasserkraftpotenzial Indonesiens wird momentan hauptsächlich im Leistungsbereich >1‘000 kW und durch kleinere Inselanalgen genutzt. Im Bereich von 100 – 1‘000 kW ist Indonesien auf Importe angewiesen, welche die Investitionskosten massiv erhöhen. Die Kleinwasserkraft ist in Indonesien zudem oft nicht rentabel, weil das Wissen und Verständnis des technischen Zusammenspiels innerhalb eines Kleinwasserkraftwerks ungenügend sind und die Lebensdauer der verschiedenen Komponenten daher stark reduziert wird. An diesem Punkt setzt das Projekt an, indem es die Entwicklung des lokal vorhandenen Know-Hows durch die Ausrüstung mit entsprechender Infrastruktur und mittels Wissenstransfer fördert. Mit dem Hydrauliklabor können vor Ort Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durchgeführt, sowie Fachleute ausgebildet werden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in Bezug auf die Standortfrage, wird das Labor nun auf dem Gelände einer Gewerbeschule installiert.

        Auspacken des Turbinenlabors in Indonesien  (entec AG )
        Auspacken des Turbinenlabors in Indonesien (entec AG )

 

Plan des neuen Turbinenlabors (entec AG)Plan des neuen Turbinenlabors (entec AG)

Grosses Interesse – national und international
Das übernommene Turbinenlabor ergänzt ein bereits bestehendes Labor für Kleinstwasserkraft optimal. An jenem wurden bereits früher erste Modelle von Mikroturbinen bis 1 kW erfolgreich entwickelt. Zusammen sollen die beiden Labors nun das Kompetenzzentrum für Kleinwasserkraft in Indonesien werden.

Das Zentrum soll zukünftig durch eine Stiftung betrieben werden, welche die Benutzung des Labors zum Selbstkostenpreis an verschiedene interessierte Partner überlässt. Als interessiert gezeigt haben sich bspw. der Verband und Vertreter von Hersteller, Betreiber und Planer der Kleinwasserkraftszene, die Universität Yogyakarta oder auch die Technische Hochschule Bandung. Bereits durchgeführt wurden mehrere Trainingskurse für indonesische und ausländische Projekte (bspw. Philippinen, Afghanistan, Laos). Zudem wurde ein Trainingsprogramm zur indonesienweiten Ausbildung von Gewerbelehrern begonnen. Ziel ist es, in einigen Gewerbeschulen eine Zusatzausbildung zum Wasserkraftwerksbauer einzuführen.

Ausweitung auf gesamte Palette der erneuerbaren Energien
Das Kompetenzzentrum stösst auch bei internationalen Organisationen auf grosses Interesse: Es werden Gespräche mit verschiedenen Akteuren im Bereich der erneuerbaren Energien und der internationalen Entwicklungszusammenarbeit zur Weiterführung und Ausweitung des Zentrums geführt.

Aufgrund der sehr positiven Reaktionen auf das Kompetenzzentrum für Kleinwasserkraft soll dieses voraussichtlich in einer zweiten Phase auf das gesamte Spektrum der erneuerbarer Energien ausgeweitet und zusätzliche Aspekte des Umweltschutzes ebenfalls betrachtet werden.

Key-Messages

  • Ein nicht mehr genutztes, aber funktionstüchtiges Schweizer Hydrauliklabor dient neu in Indonesien als Forschungs- und Entwicklungslabor im Bereich Kleinwasserkraft.
  • Mehrere Trainings- und Ausbildungskurse für indonesische und ausländische Fachleute wurden am Kompetenzzentrum für Kleinwasserkraft bereits durchgeführt.
  • Das grosse Interesse am Kompetenzzentrum für Kleinwasserkraft eröffnet die Möglichkeit das Zentrum in ein Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien und Umwelt auszubauen.

Partnerschaften
Schweizer Projektpartner:
entec ag, St. Gallen                   Schweizerisches Unternehmen im Energie – Umwelt – Bereich, wobei Consulting und
                                               Engineering miteinander verbunden werden, verschiedenen Filialen in
                                               Entwicklungsländern
                                               Projektverantwortlicher: Martin Bölli

Hochschule für Technik Zürich    Hochschule für IngenieurInnen und ArchitektInnen, u.a. mit Ausbildung im Bereich der
                                               Maschinentechnik

Indonesische Projektpartner:
entec Indonesien                      Indonesische Filiale der entec ag

Verschiedene Akteure der indonesischen Wasserwirtschaft als Nutzer des Kompetenzzentrums

Das Projekt wurde von REPIC (Renewable Energy and Energy Efficiency Promotion in International Cooperation), der interdepartementalen Plattform von DEZA, SECO, BAFU und BFE, unterstützt. www.repic.ch